Chronik

1958 Die Bundesvereinigung der Lebenshilfe entsteht in Marburg.

Am 23. November 1958 wird die "Lebenshilfe für das geistig behinderte Kind" in Marburg gegründet. Als UNO-Beauftragter lernte Tom Mutters nach dem Krieg das Elend geistig behinderter Kinder in den Lagern und in der hessischen Anstalt Goddelau kennen. Um diesen Kindern zu helfen, gründet er zusammen mit Eltern und Fachleuten die Bundesvereinigung Lebenshilfe.

Zum ersten Vorstand gehören Prof. Dr. med. R. Mittermaier, Paul Abel, Bert Heinen, Dr. h.c. Tom Mutters und Dr. K. Stark.


1961 Der Ortsverein Essen der Lebenshilfe wird gegründet.

Einladung zur Gründungsversammlung.

Tom Mutters unterstützt den Ortsverein Essen bei der Vorbereitung der Gründungsversammlung. Im CVJM-Heim an der Hindenburgstrasse spricht er vor etwa 200 Eltern und Freunden geistig behinderter Kinder über die Aufgaben und die Arbeit des Vereins. Bei der Gründung am 22. März 1961 hat die Lebenshilfe 66 Elternteile und 17 fördernde Mitglieder.

Es wird die Satzung verabschiedet.Der erste Vorstand setzt sich folgendermaßen zusammen:

1. Vorsitzender: Dr. Hans-Ulrich Sauerbrei
2. Vorsitzender: Prof. Dr. Leo Norpoth
Schriftführer: Dr. Maria Schmitz
Schatzmeister: Dipl.-Ing. Johann Jung
Beisitzer: Prokurist Helmut Maas

Essen ist die 36. Stadt in Deutschland, in der ein Ortsverein der Lebenshilfe gegründet wird.

Ein Auszug aus der Niederschrift beschreibt die Gründungsver-sammlung: „Etwa 200 Personen waren der Einladung gefolgt. Der Vorstandsvorsitzende Dr. Sauerbrei … gab … einen kurzen Überblick über die im … Bundesgebiet geleistete Arbeit. Er sagte, dass durch die „Lebenshilfe“ die Kinder erfasst werden sollen, die nach bestehendem Schulgesetz keinerlei Bildung erhalten."
Damals sahen sich die Eltern mit ihren Problemen alleingelassen. Von einer gesellschaftlichen Integration der Menschen mit geistiger Behinderung konnte nicht die Rede sein. Sie wurden zu Hause betreut und versorgt und nahmen am öffentlichen Leben kaum teil. Ziel war es die Eltern zu ermutigen, in die Öffentlichkeit zu gehen und das direkte Umfeld auf die besondere Problematik der Menschen mit geistiger Behinderung aufmerksam zu machen.

1962 Erste Elternkreise und Sprechstunden mit Fachleuten in den Essener Stadtteilen entstehen.

Sonderkindergärten und Sonderschulen für Menschen mit geistiger Behinderung existieren nicht. Eltern, die ihre Kinder an einer Hilfsschule anmelden wollen, bekommen zur Antwort: “Was wollen sie damit in einer Schule?“ So ergeht es vielen. Neben der Einrichtung von Aussprachekreisen für die Eltern und Sprechstunden mit Ärzten, Pädagogen und anderen Fachleuten ist daher die Möglichkeit des Besuchs von Kindergärten und Schulen der geistig behinderten Kinder das wichtigste Anliegen für die Lebenshilfe. Sie setzt sich für die Schaffung von Tagesförderstätten ein.

Es werden Verhandlungen mit dem Schulrat zur Beschaffung von besonderen Hilfsschullehrerstellen und Schulräumen geführt. Ende 1961 wird die Schulgeldfreiheit für die betreuten Gruppen erreicht. Es wird ein Bus finanziert, um die Kinder zum Unterricht zu fahren. Bereits 1962 werden von der Lebenshilfe fünf Schülergruppen und ein Kindergarten betreut. Weitere Familien werden motiviert, ihre Kinder für einen Schulbesuch anzumelden. 1964 sind es etwa 200 Kinder.

Mitte der 70er Jahre werden in Essen erste Sonderkindergarten und eine Tagesförderstätte für schwerstmehrfach behinderte Menschen eröffnet. Schulen für Menschen mit geistiger Behinderung in Essen entstehen. 1975 wechseln 324 der etwa 530 Schüler in die Sonderschulen. Die Lehrkräfte, die ab 1964 von der Lebenshilfe angestellt und mit einem Zuschuss des Sozialamts finanziert wurden, treten in den Dienst der Stadt Essen. Die Christopherus-Werkstätten in Essen-Borbeck und Essen-Frillendorf (heute: GSE) beginnen ihre Arbeit.


1965 Der Ortsverein wird Mitglied im Landesverband der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen.

Der Landesverband der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen wird 1964 gegründet. Die Lebenshilfe Essen ist einer der ersten Ortsvereine, die Mitglied werden.


1975 Essen hat als erster Ortsverein eine eigene Sportabteilung.

Fußballturnier: Seit Mitte der 70er Jahre rückt der Sport für geistig behinderte Menschen in den Vordergrund der Arbeit. Vom 3. bis 5. Mai 1979 wird in Essen die erste Tagung „Sport für geistig Behinderte“ organisiert.

Sportliche Höhepunkte sind u. a. Fußballturniere, Kegelturniere Schwimmfeste, Leichtathletikfeste und Tischtennisturniere. Die ersten Turngruppen entstehen und die ersten Mitglieder nehmen an Lehrgängen für Übungsleiter teil.


1975 Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen werden organisiert.

Lebenshilfe-Ball im Saalbau: Neben dem Sport gibt es ab Mitte der 70er Jahre zahlreiche kulturelle Veranstaltungen. Seit 1976 wird eine große Karnevalsveranstaltung organisiert. 1978 findet der erste Lebenshilfe-Ball im Saalbau statt.

Vom Philharmonischen Orchester der Stadt Essen werden kostenlose Konzerte für behinderte Menschen angeboten.


1979 Erster Lehrgang für Übungsleiter mit Zusatzqualifikation "Sport für geistig Behinderte".

Auf Initiative der Lebenshilfe Essen wird ab Januar 1979 der erste Lehrgang für Übungsleiter mit Zusatzqualifikation "Sport für geistig Behinderte" vom Landessportbund NRW in Duisburg angeboten. Die praktische Ausbildung findet in den Sportkursen der Lebenshilfe Essen statt. Der Lehrgang soll ein Modell für andere Verbände in ganz Deutschland sein.


1979 Die erste Geschäftsstelle der Lebenshilfe im Haus des Evangelischen Stadtkirchenverbandes wird eröffnet.

Die Geschäftsstelle bleibt bis zu ihrem Umzug im Jahr 1985 im Haus des Evangelischen Stadtkirchenverbandes. Das Sekretariat wird von Ulrike Michael geführt, die seit März 1979 Schriftführerin im Vorstand der Lebenshilfe Essen ist.


1979 Die Wohnstätten für geistig Behinderte gGmbH wird gegründet.

Ziel der Gesellschaft ist die Schaffung gemeindenahen Wohnraums für Menschen mit geistiger Behinderung. Mitgesellschafter sind die evangelische Kirchengemeinde Essen-Borbeck, der evangelische Stadtkirchenverband und die Lebenshilfe Essen.


1980 Die Familienbildungsstätte der Lebenshilfe Essen wird durch den Landschaftsverband Rheinland anerkannt.

Die Familienbildungsstätte der Lebenshilfe Essen besteht mehr als zwanzig Jahre. Jährlich werden mehr als 2.600 Unterrichtsstunden im sportlichen, musisch-kreativen und handwerklichen Bereich von über 40 qualifizierten Honorarkräften mit fast 900 Teilnehmern durchgeführt. Im Jahre 2002 werden die Aktivitäten der Familienbildungsstätte der Lebenshilfe Essen eingestellt.


1980 Das „Hilda-Heinmann-Haus“ in Essen-Borbeck wird eröffnet.

Erster Spatenstich:  Das „Hilda-Heinemann-Haus“ mit 27 teilstationären Wohnplätzen befindet sich in Trägerschaft der Wohnstätten für geistig Behinderte gGmbH, bei der die Lebenshilfe Essen Mitgesellschafter ist. Am 1. Dezember 1980 ziehen die ersten Bewohner ein.

Hilda Heinemann, die Namenspatronin und Ehefrau des früheren Bundespräsidenten Gustav Heinemann, ist bei der Grundsteinlegung persönlich anwesend.

Dr. Veronika Carstens, die Ehefrau des amtierenden Bundespräsidenten, übergibt am 28. März 1981 bei der Einweihung des Hauses symbolisch die Schlüssel an die behinderten Bewohner.


1982 Das „Haus der Begegnung“ wird eröffnet.

Am 16. September 1982 wird das "Haus der Begegnung" am Weberplatz eröffnet. Die Lebenshilfe Essen erhält zwei Räume, in denen sie ihre Kurse jetzt auch zentral anbieten kann.


1985 Die Geschäfts- und Beratungsstelle der Lebenshilfe zieht um in das „Haus der Begegnung“ am Weberplatz.

Die Geschäfts- und Beratungsstelle befindet sich bis zu ihrem Umzug 1991 in die Wohnstätte "Haus Haarzopf" im "Haus der Begegnung" am Weberplatz.


1989 Die Judoabteilung der Lebenshilfe wird gegründet.

Die Judoabteilung der Lebenshilfe wird im Jahr 1989 von Gertrude Feldhaus gegründet.


1991 Die Wohnstätte „Haus Haarzopf“ nimmt ihren Betrieb auf.

Bau der Wohnstätte:  Bereits 1982 beginnen die ersten Planungen für den Bau der Wohnstätte „Haus Haarzopf“. Mit Hilfe der Stadt Essen wird in Essen-Haarzopf ein geeignetes Grundstück gefunden. Im Januar 1991 nimmt die Wohnstätte ihren Betrieb auf.


1996 Die Außenwohngruppe „Im Mühlenbruch“ entsteht.

Am 1. März 1996 wird die Außenwohngruppe mit 9 Plätzen eröffnet.


1997 Die Wohnstätte „Haus Drostenbusch“ nimmt ihren Betrieb auf.

Bau der Wohnstätte:  1994 beginnen die ersten Planungen für den Bau der Wohnstätte „Haus Drostenbusch“ in Essen-Stoppenberg. Im Zuge des Enthospitalisierungs-Programms des LVR wurden elf Bewohner aus den Rheinischen Kliniken Bedburg-Hau in das gemeindenahe Wohnen überführt.

Durch Zuwendungen der Stiftung Sparkasse und der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung und den Einsatz von Eigenmitteln des Vereins konnten weitere zehn Wohnplätze geschaffen werden. Baubeginn war im September 1996. Nach etwas mehr als einjähriger Bauzeit nimmt die Einrichtung mit 11 vollstationären und 10 teilstationären Plätzen am 17. November 1997 ihren Betrieb auf.


1999 Das Dachgeschoss der Wohnstätte „Haus Haarzopf“ wird ausgebaut

Durch den Ausbau des Dachgeschosses konnten insgesamt sechzehn zusätzliche Einzelzimmer geschaffen werden. Zudem entstanden zwei neue Büros und ein Besprechungszimmer.


2000 Die Außenwohngruppe „Goethestrasse“ entsteht.

Am 1. Februar 2000 wird die Außenwohngruppe mit 7 Plätzen eröffnet.


2001 Der „Kreativladen“ der Lebenshilfe wird eröffnet.

Kreativladen: Im Februar 2001 eröffnet die Lebenshilfe in Essen-Haarzopf einen eigenen Laden, in dem handwerkliches und dekoratives Kunstgewerbe verkauft wird, das von Menschen mit geistiger Behinderung in den Werkstätten oder Wohnstätten hergestellt wurde. Der Verkauf der Artikel wird durch die Bewohner begleitet.

Regelmäßig findet eine erfolgreiche Bilderausstellung mit den Werken von Künstlern mit geistiger Behinderung aus den Wohneinrichtungen der Lebenshilfe statt. Nach fast zweijähriger Tätigkeit wird der Laden im Dezember 2002 geschlossen.


2002 Die Familienbildungsstätte der Lebenshilfe Essen und der Kreativladen beenden ihre Tätigkeit.

Die Familienbildungsstätte der Lebenshilfe Essen beendet nach mehr als zwanzig Jahren ihre Aktivitäten. Der Kreativladen schließt nach fast zweijähriger Tätigkeit.


2002 Die Außenwohngruppe „Hüskenbörde“ entsteht.

Am 15. März 2002 wird die Außenwohngruppe mit 7 Plätzen eröffnet.


2003 Das „Haus im Winkel“ in Essen-Dellwig wird eröffnet.

Erster Spatenstich:  Das Haus mit 24 teilstationären Wohnplätzen befindet sich in Trägerschaft der Wohnstätten für geistig Behinderte gGmbH, bei der die Lebenshilfe Essen Mitgesellschafter ist.

Die Planungen beginnen nach dem Erwerb des Grundstücks im Jahr 2000. Am 1. Dezember 2003 ziehen die ersten Bewohner ein.


2004 Ulrike Temming erhält den Ehrenvorsitz.

Wegen ihrer großen Verdienste für die Lebenshilfe Essen wird Ulrike Temming auf der Mitgliederversammlung am 3. November 2004 zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Zudem erhält sie in Anerkennung ihrer verdienstvollen Arbeit zum Wohle der Menschen mit geistiger Behinderung die Ehrennadel des Landesverbandes der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen.

Frau Temming trat seit 1973 aktiv für die Sache der geistig behinderten Menschen ein. Sie war von 1984 bis 2004 Vorsitzende der Lebenshilfe Essen und von 1988 bis 2004 Mitglied des Landesvorstandes der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen.


2006 Das Kleine Finale der 4. INAS-FID Fußball Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung wird in Essen ausgetragen.

Kleines Finale in Essen: Die Lebenshilfe Essen ist zusammen mit anderen Behinderteneinrichtungen Ausrichter des Kleinen Finales. Das Spiel um Platz 3 bestreiten Deutschland und Südafrika vor mehr als 6.000 Zuschauern im Sportpark am Hallo.
Deutschland wird in einem begeisternden Spiel WM-Dritter.

2008 Die Lebenshilfe Essen Service gGmbH wird gegründet. 

Kleines Finale in Essen: Die Lebenshilfe Essen ist zusammen mit anderen Behinderteneinrichtungen Ausrichter des Kleinen Finales. Das Spiel um Platz 3 bestreiten Deutschland und Südafrika vor mehr als 6.000 Zuschauern im Sportpark am Hallo.
Deutschland wird in einem begeisternden Spiel WM-Dritter.

2009 Eröffnung des ersten Lebenshilfe Centers in Haarzopf.

Am 01.01.2009 wurde das erste Lebenshilfe Center in Essen-Haarzopf in Betrieb genommen und ist am 24.1.2009 offiziell eröffnet worden. 

 
 
 

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